ÖKOLOG-Schulen sind Schulen zum Wohlfühlen. Sie engagieren sich für die Umwelt und suchen nachhaltige Lösungen für soziale, ökonomische und ökologische Fragestellungen.

Wiederverwenden statt Verschwenden

Jahresbericht des Schuljahres 2020/2021

Schule: BLWS Bioschule Schlägl
KoordinatorIn: Ing. Gaisberger Johann
DirektorIn: Gaisberger Johann
Handlungsbereiche:
  • Zusammenarbeit mit dem Schulumfeld
  • Einsparen von Ressourcen
  • Natur erleben im Schulumfeld
Inhalt
Im wahrsten Sinne des Wortes bleibenden Eindruck hinterlassen hat das Upcycling-Produkt, das im Rahmen des Projektes „Wiederverwenden statt Verschwenden“ entstanden ist. Aus einem alten Miststreuer wurde in zahlreichen Arbeitsstunden klassenübergreifend mit allen drei Schulstufen ein mobiler Hühnerstall gefertigt. Besonders stolz sind wird darauf, dass die Idee dazu von den Schüler*innen stammt und der Großteil der verwendeten Materialien aus vermeintlichem Abfall stammt! Upcycling war das Stichwort und so konnte mit relativ geringem finanziellem Aufwand ein sehr schöner und funktioneller Hühnerstall entstehen. Tränke, Futterautomaten, alte Fenster sowie Wellblech waren vorhanden, Faseschalung und die automatische Hühnerklappe wurden neu angeschafft, sowie eine Ablöse für den alten Miststreuer gezahlt. Somit haben 50 Bio-Masthühner der Rasse JA 757 der Firma Eiermacher aus Kremsmünster ein neues Zuhause bekommen und machen auf eindrucksvolle und vor allem bleibende Weise Passanten auf die LWBFS Bioschule Schlägl und die dort von Lehrer*innen und Schüler*innen durchgeführten Projekte aufmerksam.

Als weiteres Highlight im Projekt "Wiederverwenden statt Verschwenden" wurde in Kleingruppen as Smartphone genauer unter die Lupe genommen und von den Schüler*innen der 9. und 10. Schulstufe gemeinsam mit geschulten Mitarbeiter*innen des ASZ Ulrichsberg erarbeitet, dass in Smartphones viele seltene Erden (u.a. Gold, Tantal) verbaut sind, die zum Teil unter stark ausbeuterischen Arbeitsbedingungen (u.a. Kinderarbeit, Lohndumping, fehlende Schutzausrüstung beim Abbau mit chemischen Substanzen) und ökologisch sehr bedenklichen Methoden (u. a. Umweltverschmutzung durch Einsatz chemischer Substanzen beim Abbau, Erschöpfung der Rohstoffvorkommen) gewonnen werden. Damit sich die Schüler*innen ein Bild von den im Smartphone verbauten Rohstoffen, die über eine fachgerechte Entsorgung wiedergewonnen werden können, machen konnten, durften sie in einem Handy-Zerlege-Workshop selbst Hand anlegen und haben mit Hilfe fachmännischer Anleitung und Spezialwerkzeug eigenständig mehr als 70 Handys zerlegt und für die Rohstoffwiedergewinnung richtig sortiert.
Unser Upcycling-Produkt "Hühnermobil" Unser Upcycling-Produkt "Hühnermobil"
Volle Kraft voraus beim Handy-Zerlege-Workshop! Volle Kraft voraus beim Handy-Zerlege-Workshop!
Insgesamt wurden mehr als 70 Handys zerlegt. Insgesamt wurden mehr als 70 Handys zerlegt.
Das Hühnermobil als neues Zuhause für 50 Bio-Hendl Das Hühnermobil als neues Zuhause für 50 Bio-Hendl
Rückblick

Anzahl der Personen im ÖKOLOG-Team: 3

Welche ÖKOLOG-Aktivitäten (Maßnahmen, Projekte etc.) hat Ihre Schule im aktuellen Schuljahr im Hinblick auf die Entwicklungsziele gesetzt?
Leitbild der LWBFS Bioschule Schlägl ist es, wegweisend mit unserer Natur zu sein. Wir wollen die Bedeutung kleiner, aber vielseitiger Strukturen für die Ökologie hervorheben und dies in unserem Schulalltag vorleben. Die Herstellung vieler Produkte, die wir im Alltag verwenden, ist allerdings mit zahlreichen ökologischen und sozialen Problemen verbunden: Von der Abholzung von Urwäldern bis zur Vertreibung von Kleinbäuerinnen und -bauern, durch die Platz für Plantagen oder Minen gemacht werden soll. Mit „Upgecyceltem“ anstelle von neuen Produkten kann ein Beitrag zu nachhaltigem Konsum und damit zur Eindämmung ökologischer und sozialer Probleme geleistet werden. Insbesondere eignet sich Upcycling auch als Bildungsmethode, denn der Prozess ist verständlich und einleuchtend. Über ihn können Themen wie Abfallvermeidung und Ressourcenschonung begreiflich gemacht und Handlungsoptionen aufgezeigt werden.
Mit Hilfe des Bildungsförderungsfonds konnte von Jänner bis Juli 2021 das Projekt „Wiederverwenden statt Verschwenden“ an der Bioschule umgesetzt werden, in dem unter anderem folgende Ziele umgesetzt wurden:
• Förderung der Fach- und Sozialkompetenz der Schüler*innen durch Teamarbeit und das selbstständige Erarbeiten von komplexen Fragestellungen
• Sensibilisierung der Schüler*innen für ökologische und soziale Probleme (Klimawandel, Landgrabbing, menschenunwürdige Arbeitsbedingungen), die während des Lebenszyklus von Konsumgütern entstehen sowie Aufzeigen von Handlungsoptionen (Upcycling, Fair Trade)
• Besuch der Ausstellung „Klima&Ich“ in St. Pölten mit museumspädagogischer Führung
• Upcycling-Projektwoche: Lehrkräfte gaben den Rahmen vor und leisteten Hilfestellung, die Schüler*Innen entschieden aber selbst, welcher Upcycling-Gegenstand hergestellt wurde. Eine Idee der Schüler*innen (die dann als Abstimmungssieger für das Upcycling Projekt hervorging) war es, aus einem alten Miststreuer ein Hühnermobil zu bauen, das in Zusammenarbeit aller drei Jahrgangsstufen klassenübergreifend entstanden ist und in dem seitdem unter Mithilfe der Schüler*innen Masthühner gehalten werden. Um an die Lebenswelt der Schüler*innen anzuknüpfen, wurde auf Anregung der Jugendlichen das für sie nicht mehr wegzudenkende Smartphone gewählt, um auf verschiedene ökologische, soziale und globale Probleme einzugehen, die bei der Rohstoffgewinnung, in der Wertschöpfungskette, während der Nutzung oder der Entsorgung des Materials entstehen.
• Auslobung von Abschlussarbeiten: Dabei wurden zwei Fachbereichsarbeiten zu umwelt-/ressourcenschonenden Themen (Humusaufbau, Mistkompostierung) von Schülern der 11. Schulstufe erstellt.

Maßnahme im Detail

Beschreibung der Maßnahme
Im wahrsten Sinne des Wortes bleibenden Eindruck hinterlassen hat das Upcycling-Produkt, das im Rahmen des Projektes „Wiederverwenden statt Verschwenden“ entstanden ist. Aus einem alten Miststreuer wurde in zahlreichen Arbeitsstunden klassenübergreifend mit allen drei Schulstufen ein mobiler Hühnerstall gefertigt. Besonders stolz sind wird darauf, dass die Idee dazu von den Schüler*innen stammt und der Großteil der verwendeten Materialien aus vermeintlichem Abfall stammt! Upcycling war das Stichwort und so konnte mit relativ geringem finanziellem Aufwand ein sehr schöner und funktioneller Hühnerstall entstehen. Tränke, Futterautomaten, alte Fenster sowie Wellblech waren vorhanden, Faseschalung und die automatische Hühnerklappe wurden neu angeschafft, sowie eine Ablöse für den alten Miststreuer gezahlt. Somit haben 50 Bio-Masthühner der Rasse JA 757 der Firma Eiermacher aus Kremsmünster ein neues Zuhause bekommen und machen auf eindrucksvolle und vor allem bleibende Weise Passanten auf die LWBFS Bioschule Schlägl und die dort von Lehrer*innen und Schüler*innen durchgeführten Projekte aufmerksam.

Als weiteres Highlight im Projekt "Wiederverwenden statt Verschwenden" wurde in Kleingruppen as Smartphone genauer unter die Lupe genommen und von den Schüler*innen der 9. und 10. Schulstufe gemeinsam mit geschulten Mitarbeiter*innen des ASZ Ulrichsberg erarbeitet, dass in Smartphones viele seltene Erden (u.a. Gold, Tantal) verbaut sind, die zum Teil unter stark ausbeuterischen Arbeitsbedingungen (u.a. Kinderarbeit, Lohndumping, fehlende Schutzausrüstung beim Abbau mit chemischen Substanzen) und ökologisch sehr bedenklichen Methoden (u. a. Umweltverschmutzung durch Einsatz chemischer Substanzen beim Abbau, Erschöpfung der Rohstoffvorkommen) gewonnen werden. Damit sich die Schüler*innen ein Bild von den im Smartphone verbauten Rohstoffen, die über eine fachgerechte Entsorgung wiedergewonnen werden können, machen konnten, durften sie in einem Handy-Zerlege-Workshop selbst Hand anlegen und haben mit Hilfe fachmännischer Anleitung und Spezialwerkzeug eigenständig mehr als 70 Handys zerlegt und für die Rohstoffwiedergewinnung richtig sortiert.

Wurde diese ÖKOLOG-Aktivität als Projekt vom Bildungsförderungsfonds für nachhaltige Entwicklung gefördert und hat die Schule eine Projektdokumentation abgegeben?
Diese ÖKOLOG-Aktivität wurde als Projekt vom Bildungsförderungsfonds für Umwelt und Gesundheit gefördert. Die Schule hat eine Projektdokumentation abgegeben.

Handlungsbereiche
Zusammenarbeit mit dem Schulumfeld, Einsparen von Ressourcen, Natur erleben im Schulumfeld

Wie viele SchülerInnen haben an dieser Maßnahme / dem Projekt mitgewirkt?
90

Wie wurden geschlechterspezifische Lernzugänge berücksichtigt?
Durch die überschaubare Größe der Schule werden Stärken und Schwächen wahrgenommen und wird auf jede Persönlichkeit eingegangen.

Welche Außenkontakte / Kooperationen gab es im Rahmen dieser Maßnahme / dieses Projekts?
Um ihr Wissen im Bereich Klimawandel zu erweitern und Inspirationen zu bekommen, wie jede/r einzelne im eigenen Wirkungsbereich zum Schutz des Klimas tätig werden kann, besuchten die Schüler*innen der 9. Schulstufe am 7.7.2021 die Ausstellung „Klima & Ich“ im Museum Niederösterreich samt einer museumspädagogischen Führung. Für die Umsetzung des Projekts "Wiederverwenden statt Verschwenden" wurde außerdem Kontakt mit dem Altstoffsammelzentrum (ASZ) Ulrichsberg aufgenommen und ein Thementag zusammen mit dem ASZ Ulrichsberg gestaltet, bei dem die Schüler*innen der 9. und 10. Schulstufe in Kleingruppen nicht nur einen Handy-Zerlege-Workshop absolvieren, sondern auch das ASZ Ulrichsberg besuchen und dort wertvolle Informationen über die richtige Mülltrennung und -entsorgung sammeln konnten. Dieses neu erworbene Hintergrundwissen konnten sie in einer Rätsel-Ralley festigen.

Wie wurde die Maßnahme / das Projekt präsentiert? In welcher Form erfolgte die Öffentlichkeitsarbeit?
Da das Upcycling-Produkt "Hühnermobil" auf dem Schulgelände aufgestellt ist, das 2019 Teil der oberösterreichischen Landesgartenschau „Bio.Garten.Eden“ war, kommen täglich zahlreiche Passanten am Hühnermobil vorbei und informieren sich mit Hilfe der aufgestellten Infotafel über die Entstehungsgeschichte des Hühnermobils. Die Erfolgsstory des Hühnermobils wurde außerdem auch als Artikel in der Absolventenzeitung der LWBFS Bioschule Schlägl präsentiert.
Die im Rahmen des Projektes erstellten beiden Abschlussarbeiten zu umwelt-/ressourcenschonenden Themen wurden von den Schülern eigenständig in einem jeweils 10 minütigen Vortrag bei der Abschlussfeier präsentiert und so einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Wie wurde die Maßnahme / das Projekt reflektiert/evaluiert?
Die Zufriedenheit bzw. Verbesserungsvorschläge von Schüler*innen und Lehrer*innen wurden während des Projektes durch Feedbackbögen rückgemeldet. Diese wurden abschließend bei den Besprechungen und Konferenzen im Kolleg*innenkreis analysiert und in den Projektverlauf eingebunden (zB Hühnermobil als Upcycling-Produkt, Smartphone als Produkt, anhand dessen auf verschiedene ökologische, soziale und globale Probleme während Rohstoffgewinnung, in der Wertschöpfungskette bzw. bei der Entsorgung des Materials eingegangen wird). Zusätzlich fanden zwischen den beteiligten Lehrkräften während der Projektlaufzeit ein reger Austausch und eine enge Abstimmung (Projekt-/Unterrichtsfortschritt, weitere/nächste Schritte, To Dos) statt. Die selbstkritische Reflexion des Projektprozesses stellte auch einen wichtigen Beitrag zur Evaluierung des Projektes und Ableitung von Verbesserungsvorschlägen für weitere Projekte dar.

Diese Maßnahme / dieses Projekt war ein Beitrag zu unserem Jahresziel "..."
Wiederverwenden statt Verschwenden

Woran haben wir den Erfolg erkannt?
Die klassen- und fächerübergreifende Ausrichtung des Projektes sowie die vorgesehene Öffentlichkeitsarbeit leisteten einen nachhaltigen Beitrag zur Vernetzung und Öffnung der Schule. Aufgrund des Projektes konnte z.B. mit dem ASZ Ulrichsberg ein neuer Partner für eine Zusammenarbeit im Bildungsbereich gewonnen werden, der von Schüler*innen und Lehrer*innen sehr positives Feedback erhielt.
Das Upcycling-Produkt Hühnermobil macht auf eindrucksvolle und vor allem bleibende Weise Passanten auf die LWBFS Bioschule Schlägl und die dort von Lehrer*innen und Schüler*innen durchgeführten Projekte aufmerksam und kann so nicht nur als wertvoller Ausbildungsraum sondern auch als bleibender Werbeträger gesehen werden.
Zusätzlich konnten die Schüler*innen ihre „Soft Skills“ schulen, indem ihre Sozialkompetenz durch Teamarbeit und das selbstständige Erarbeiten von komplexen Fragestellungen gefördert wurde. Wir wissen, dass die Herausforderungen unserer Zeit nicht von einem Fachbereich oder von einer Person alleine gelöst werden können. Es braucht einen Brückenschlag zwischen allen Fächern bzw. Disziplinen. Aufgrund der fächerübergreifenden Ausrichtung des Projektes konnte eben dieses insbesondere in der Landwirtschaft so wichtige vernetzte Denken geschult werden.
Das Projekt „Wiederverwenden statt Verschwenden“ war daher ein gelungener Auftakt und wertvoller Grundstein für weitere Projekte an der Schule im Bereich der Umwelt- und Nachhaltigkeitsbildung.

Was hat sich durch die Maßnahme an der Schule verändert?
Das Upcycling-Produkt Hühnermobil ist bereits zu einem wertvollen Ausbildungsraum und damit fixen Bestandteil in der Ausbildung geworden, weil dort unter Mithilfe der Schüler*innen Masthühner gehalten werden können und so das Ausbildungsthema „Geflügelhaltung“ mit Leben gefüllt werden kann. Mittlerweile beherbergt das Hühnermobil bereits die zweite Partie Masthühner und kann hoffentlich noch viele weitere Jahre genutzt werden.
Aufgrund des Projektes „Wiederverwenden statt Verschwenden“ konnte mit dem ASZ Ulrichsberg ein neuer Partner für eine Zusammenarbeit im Bildungsbereich gewonnen werden. Da der Handy-Zerlege-Workshop sowohl von den Schüler*innen als auch von den Lehrer*innen sehr positiv evaluiert wurde, soll auch in diesem Jahr wieder durchgeführt werden.
Das Projekt „Wiederverwenden statt Verschwenden“ hat daher bleibende Impulse an der LWBFS Bioschule Schlägl gesetzt, die fortgeführt werden.

Wo liegen unsere Stärken?
Wir verstehen uns nicht nur als Schule sondern wollen Lösungen für Menschen in der Region kreieren. An unserer Schule arbeiten Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven gemeinsam aus der Region für die Region und darüber hinaus.

Folgende Punkte machen unsere Schule besonders:
* Österreichs erste Landwirtschaftsschule für Biologischen Landbau und Waldwirtschaft
* 2/3 des Unterrichtes sind im so genannten Blockunterricht (=Epochenunterricht) organisiert.
Der Unterricht findet dabei jahreszeitlich thematisch angepasst und fächerübergreifend statt.
* 1/3 des Unterrichtsausmaßes besteht aus praktischen und handwerklichen Unterrichtsfächern.
* Wir vereinen mit dem "Biokompetenzzentrum" Forschung und Bildung zur Biologischen
Landwirtschaft an einem Standort. LehrerInnen sind auch im Versuchswesen tätig, der Transfer
von Wissenschaft zur Praxis und umgekehrt steht im Fokus.

Netzwerke
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