Sozialprojekt „Anders sein“
Schule: Mittelschule Völs
KoordinatorIn: Seebacher-Drechsel KatrinDirektorIn: Zoller Lovrana
Inhalt
Am Ende des Schuljahres erfolgt nun eine kleine Rückschau auf das jahresdurchgängige Sozialprojekt der beiden 4. Klassen der NMS Völs. Wie schon berichtet, sollte anhand von fünf thematischen Schwerpunkten die Bandbreite von Bevölkerungsgruppen, auf die das Prädikat „anders sein“ zutrifft, abgedeckt werden. Die Schüler beschäftigten sich mit einer von ihnen gewählten Thematik eingehender, alle Bereiche wurden aber in verschiedenen Fächern mit allen Schülern aufbereitet und bearbeitet.Einiges an Programmpunkten, Aktivitäten und Besuchern ist zusammen-gekommen:
So besuchten wir am „Langen Tag der Flucht“ einen Workshop im Flüchtlingsheim in der Innsbrucker Trientlgasse, wo die anwesenden Flüchtlinge über die Beweggründe und den Verlauf ihrer Flucht berichteten und für Fragen zur Verfügung standen. Im LEO-Kino gab es nach einem Dokumentarfilm die Gelegenheit, mit anwesenden Flüchtlingen ins Gespräch zu kommen. Der Basketballer Mansata Cisse, ein Ausnahmetalent und Flüchtling aus dem Senegal, gewährte einer kleinen Gruppe von Schülern Einblicke in die Geschichte seiner Flucht, sein Leben im Senegal und seinen Alltag in Österreich, wo er versucht, sich mit Hilfe seines sportlichen Talents zu integrieren.
Wie Arme und Obdachlose in Innsbruck betreut werden, erfuhr eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern auf dem „Rundgang der Not“ der Young Caritas. Die Faktoren, die maßgeblich für die Entstehung von Suchtverhalten verantwortlich sind, wurden beiden Klassen durch eine Mitarbeiterin der Suchtpräventionsstelle Kontakt&Co. nähergebracht.
Im Rahmen der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ packten unsere Viertklässler - nach eingehender Shoppingtour – kleine Geschenke in Schuhkartons weihnachtlich ein. Die Pakete bereiteten armen Kindern in Moldawien und anderen benachteiligten Ländern Freude.
Unsere Referenten gewährten uns wertvolle Einblicke in ihre caritative Arbeit und teilten ihre persönlichen Erfahrungen mit uns:
Als Obmann der Vinzenzgemeinschaft „Waldhüttl“ erzählte Jussuf Windischer über seine Arbeit mit Angehörigen der Volksgruppe der Roma.
Sarah Illersperger schilderte uns ihre Tätigkeit in Armenien, wo sie im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres ihre Zeit in Sozialarbeit vor Ort investierte. Zurück in Tirol unterstützte sie armenische Flüchtlinge beim Deutschlernen.
Über ihr Projekt mit rumänischen Romafrauen berichtete Schwester Johanna. Die von diesen Frauen in akribischer Handarbeit bemalten Eier wurden fleißig verkauft, der Reinerlös kam dem Projekt zu Gute. Beim Besuch des von der Schwester betreuten Lagers in Hochrum gewann eine Gruppe von Schülern Einblick in den organisatorischen Aufwand, der hinter so einer Arbeit steht.
Aus erster Hand bekamen wir geschildert, was es bedeutet, sein Leben mit einem suchtkranken Partner zu teilen und konnten einer persönlich betroffenen Frau Fragen stellen.
Wie Daniel R., der Bruder eines Mitschülers, sein Leben im Rollstuhl meistert und welche Zufriedenheit er ausstrahlt, ging allen Zuhörern sehr unter die Haut. Ebenso bekamen wir einen Eindruck davon, wie die engsten Familien-angehörigen mit diesem Schicksal umgehen.
In eigenen Recherchen sammelten die Schüler weitere Fakten und fassten dann die Informationen und Eindrücke in kurzen Berichten und auf Schautafeln zusammen. In verschiedenen Unterrichtsfächern wurde die Thematik aufgegriffen. So stand in Deutsch die Klassenlektüre „Hesmats Flucht“ auf dem Programm, in Geschichte und Sozialkunde intensiver Projektunterricht zum Thema „Auf den Spuren der jüdischen Geschichte in Innsbruck“. Diesen ergänzte eine Exkursion auf den Judenfriedhof, den Landhausplatz und die Synagoge.
Im Kunstunterricht entwarfen die Schülerinnen und Schüler LOGOS zum Thema, die 4a gestaltete im Rahmen eines Graffiti-Workshops den Eingangsbereich zu den Jugendräumen der Pfarre. Immer wieder wurden im Religionsunterricht Themen wie Armut, Behinderung etc. behandelt, ebenso wie in den Gegenständen Geographie und Biologie. Dass es auch bei Gummibärchen eine ganze Vielfalt gibt, bewiesen die Schüler beim Herstellen von ebensolchen im Physikunterricht.
Abgerundet wurde unsere Projekttätigkeit durch einen über die Kulturservicestelle gebuchten Filmworkshop. Herr Peter Werlberger, Profikameramann und Cutter, gestaltete mit der 4b Klasse einen kleinen Film über einzelne Höhepunkte unseres Projekts. Dabei wurden einige Schülerinnen und Schüler zu den Aktivitäten und ihren Eindrücken befragt und von ihren Mitschülerinnen und Mitschülern gefilmt. Der Beitrag ist inzwischen auf Youtube ( https://www.youtube.com/watch?v=Mt_hv-sF_jo ) abrufbar.
Angesichts der Fülle von Bereichen und Aktivitäten konnten die einzelnen Themen nur „angerissen“ werden. Die Erfahrung hat gezeigt, dass jeder einzelne der Schwerpunkte geeignet wäre, ein ganzes Schuljahr zu füllen.
Insgesamt erlebten Schüler wie Lehrer diese Projektarbeit jedoch als sehr bereichernd.
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