ÖKOLOG-Schulen sind Schulen zum Wohlfühlen. Sie engagieren sich für die Umwelt und suchen nachhaltige Lösungen für soziale, ökonomische und ökologische Fragestellungen.

Der Schwarm unserer Schule - Langzeitprojekt, wird fortgesetzt

Schule: Mittelschule Gars am Kamp
KoordinatorIn: Höpfner Katharina, BEd
DirektorIn: DSMS Langer Christian
Inhalt
Kinder der Schwerpunktgruppe Biologie-Ökologie stellen im laufenden Schuljahr 2013/14 gemeinsam mit einer Biologie-Lehrerin und einem Biologie-/Werkerziehungslehrer, der auch Imker ist, vier Behausungen für Honigbienen her.
Im Mai zur Schwarmzeit werden – wenn alles nach Plan verläuft – vier Schwärme eingefangen und in die Bienenkästen verfrachtet.
Es ist geplant, dass zwei der Kästen im Schulbiotop (Grundstück in Schulnähe) aufgestellt werden und die weiteren Bienenstöcke werden in den Gärten interessierter Eltern, die schon ungeduldig darauf warten, zur Obstbaumbestäubung gebracht.

Bienenhaltung: Unsere Bienen werden möglichst naturnah, artgerecht und extensiv gehalten – soll heißen: wir ermöglichen den Bienen Naturwabenbau auf extrem großen Rähmchen, belassen den überwiegenden Teil des Honigs den Bienen als Winterfutter und werden dementsprechend die obligatorische Herbstauffütterung mit Zuckerwasser unterlassen. Eine Honigentnahme wird – wenn überhaupt - nur in geringen Mengen durchgeführt und beschränkt sich auf den für den Wintervorrat nicht notwendigen Teil.
Eine aufklappbare Rückwand ermöglicht die direkte Beobachtung der Bienen und deren Bautätigkeit. Eine fix montierte Glaswand erlaubt ein gefahrloses Beobachten.
Die das Projekt begleitenden Pädagogen sind letztverantwortlich für alle imkerlich notwendigen und vorgeschriebenen Arbeiten z.B: Varroabehandlung.

Selbstbau der Bienenbehausung:
Der Altersdurchschnitt der österreichischen Imkerschaft beträgt 61,5 Jahre. Viele potentielle Jungimker werden von der Komplexität der Bienenhaltung genau so abgeschreckt, wie durch eine unüberschaubare Vielzahl an technischem Material, Maßen, ungenormten Stock- und Rahmengrößen sowie durch einen erheblichen finanziellen Aufwand.
Aus diesen Gründen ist beabsichtigt, die Bienenbehausungen und Rähmchen mit Kindern nach eigenen Plänen selbst herzustellen um den Schülern zu zeigen, dass Imkern auch relativ einfach und kostengünstig sein kann.
In die selbst genagelten Rähmchen mit 45 x 33 cm haben die Kinder Anfangsstreifen aus Biowachs eingelötet. An diesen Wachsstreifchen werden die Bienen weiter bauen.


Im vergangenen Jahr ist die Honigbiene in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses gerückt: Bienensterben, Pestizide und besonders Neonicotinoide waren die Negativschlagzeilen.
Die ökologischen und gesellschaftspolitischen Entwicklungen wurden auch mit den Kindern diskutiert an unserer Schule. Da die ÖKO-Gruppe bereits vor einigen Jahren ein Insektenhotel gebaut hat, kam von den Kindern der Impuls, auch ein „Honigbienenhotel“ zu bauen.

Ziele: Die SchülerInnen sollen die Bedeutung der Honigbiene im ökologischen und wirtschaftlichen Bereich (Bestäuber) als auch ihre Gefährdung durch unbedachten menschlichen Einsatz (Neonicotinoide) erkennen.
Das unmittelbare Erleben und Arbeiten mit diesen Insekten wird langfristig und nachhaltig das Denken und Handeln der Kinder beeinflussen.
Ein weiters Ziel ist das Erlebnis im Team, in Arbeitsteilung, wo sich jeder nach seinen Fähigkeiten – ohne Leistungsdruck – einbringen kann, um ein gemeinsames, größeres Ganzes zu schaffen.

Wenn hoffentlich im Juni die Schwärme in unseren Kisten zu bauen beginnen und die Kinder – auch in Schwärmen – durch das Sichtfenster den Baufortschritt beobachten, wenn im darauffolgenden Frühjahr die Bienen nach der Winterruhe hoffentlich wieder aktiv werden und vielleicht noch rechtzeitig vor Schulschluss der erste schuleigene Honig verkostet werden wird – dann, ja dann - werden wir das Erhoffte erreicht haben und noch viel mehr, wie die Liebe zur Kreatur und Ehrfurcht vor der Natur.

Grundsätzlich wurden zwar die Pläne und die Grundzüge von den Lehrern vorgegeben, die Umsetzung, wer konkret was macht, gruppendynamische Prozesse im handwerklichen Bereich, Arbeitsteilung, Zusammenarbeit und Helfersysteme wurden von den PädagogInnen nicht beeinflusst, sondern nur begleitet und unterstützt.
Die Erstellung einer Aufgabenverteilung oder das Aufstellen der Kästen bzw. in welchen Gärten diese aufgestellt werden, unterliegt der Diskussion und dem Konsens der Gruppe – von zwingend notwendigen Maßnahmen abgesehen.

Beim Teil der technischen Umsetzung (Holzarbeiten, Bohr- und Nagelarbeiten) wurde bewusst darauf bedacht genommen, dass auch Mädchen diese Arbeiten übernehmen.

Ökologische Dimension: Die Honigbiene ist für viele unserer Ökosysteme ein unverzichtbarer Faktor und schützens- und behütenswert.
Soziale Dimension: Die Arbeit in der Gruppe, das Einbringen seiner Fähigkeiten, lernen ohne Leistungsdruck und Leistungsbeurteilung und das gemeinsame Schaffen eines großen Projekts wird erlebbar.
Ökonomische Dimension: Das Gesamtprojekt unterliegt dem Maßstab der Kosteneffizienz und der Sparsamkeit. Kinder haben erkannt, dass durch Fantasie und Eigeninitiative dieses Projekt um ein Drittel eines handelsüblichen Bienenstocks finanziert werden konnte.

Nachhaltige Wirkung: Erlangen von Sensibilität zu biologischen und ökologischen Zusammenhängen.

Reflexion mit schulinternem Mediator bzw. Gesprächstherapeuten, der in das Projekt nicht eingebunden war.

Plakatwände mit Fotos in der Pausenhalle, Präsentation am Tag der offenen Tür, Schulpräsentationen, lokalen Zeitungen, Schulhomepage

Das Projekt wird nicht in die Leistungsbeurteilung mit einbezogen, das es im Rahmen einer unverbindlichen Übung realisiert wurde. Bei diesen Übungen gibt es keine Noten, sondern den Zeugnisvermerk „erfolgreich teilgenommen“.

Das Gesamtprojekt wird frühestens in 2 Jahren evaluiert und mit einer neuen ÖKO-Gruppe fortgesetzt oder gegebenenfalls an neue Gegebenheiten angepasst.

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