GRUEN
Schule: Galemo; Privatschule für ganzheitliches Lernen nach Maria Montessori
KoordinatorIn: Schneider MartinaDirektorIn: Mag.a Jurkowitsch Katharina
Inhalt
Im Schuljahr 2013/2014 wurde z.B. das Schulstufen-übergreifende Projekt „GRUEN“ umgesetzt. Ziel war es, dass die SchülerInnen nach dem Montessori-Leitsatz „Hilf mir, selbst zu denken; hilf mir, ich selbst zu werden!"die Werte „Nachhaltigkeit“, „gesunde Ernährung“, „Sorge für die eigene Gesundheit/um das eigene Wohlbefinden“, entlang der gesamten Anbau- und Verarbeitungskette von Heil- und Gewürz-Kräutern erleben und nachhaltig erlernen.Die Integration der Themen Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein in den Schulalltag wurde erreicht: Die SchülerInnen waren von Anfang an sehr engagiert bei der Planung, Erstellung und Pflege der Beete. Sie wissen, welche Bestandteile in den Kompost kommen und wie daraus Erde wird. Sie wissen, wie sie die Gartenkräuter verarbeiten können, um ihre Gesundheit zu pflegen.
Nach der Ernte der Produkte erfolgte deren Verarbeitung zu Kosmetikprodukten und Speisen. Dies wurde im Rahmen der freitäglichen Kreativtage durchgeführt und war immer mit viel Freude und Engagement verbunden. Der Ansturm auf diese Veranstaltungen war so groß, dass es – insbesondere beim Kochen – mehr Anmeldungen gab, als SchülerInnen teilnehmen konnten. Sowohl bei den Schülern, als auch SchülerInnen erfolgte die Herstellung stets gemeinschaftlich. Die Herstellung einer Creme z.B. erfordert immer viele zusammenhelfende Hände. So mussten teilweise drei Kinder gleichzeitig einen Arbeitsschritt ausführen (mit dem Stabmixer das Öl mischen, Laufe ins Öl zugießen und währenddessen schon die Duftmischung und die Ringelblumen bereit halten). Durch die Altersmischung der Gruppen kam es dazu, dass die Kinder sich selbst ein zu schätzen lernten und einander als Vorbild im Vorleben ihrer Stärken dienen konnten. Sogar die sonst manchmal rivalisierenden Burschen waren gewissenhaft und gemeinschaftlich bei der Sache. Vor der Herstellung der Kräutersalzmischung haben sie sich zuerst auf eine sinnvolle Reihenfolge der Arbeitsschritt geeinigt und diese in Plakatform für alle Beteiligten gut sichtbar aufgehängt. Insbesondere das Designen und die Herstellung der Plakate und Etiketten für den Verkauf förderte nicht nur ein klassen-, sondern sogar ein Schulstufen-übergreifendes Miteinander. P2-SchülerInnen halfen den P1-lern, wenn es z.B. um Rechtschreibung oder Setzen der Spalten am Computer ging.
Im Sinne der Interdisziplinarität wurde von den SchülerInnen im Anschluss an die Produktion mit Feuereifer der Verkaufspreis errechnet. Für die Preisberechnung wurden alle Kosten aufgelistet und auf die hergestellte Menge aufgeteilt. Zu den Kosten wurde ein 70% Gewinnaufschlag berechnet, mit dem Ziel, Mittel für weitere Workshops für das kommende Schuljahr zu lukrieren. Das Wissen darüber, dass die Kinder für die Berechnung der Zutatenmengen für die Herstellung Prozentrechnen können müssen, motivierte einige dazu, sich diese mathematische Fähigkeit anzueignen. Beim Erlernen der verschiedenen Herstellungsverfahren wurde Spezialwissen aus Chemie, Physik und Botanik angewendet bzw. vertieft.
In den regelmäßigen Feedbackrunden haben sich die SchülerInnen begeistert für eine Fortführung und Erweiterung der Veranstaltungen im nächsten Schuljahr ausgesprochen. Die steigende Anzahl der Jungs bestärkte die genderbetonte Wirksamkeit des Projektes. Besonders Burschen zeigten großes Interesse daran, im Folgejahr die Herstellung von biologischen Putzmitteln auszuprobieren. Seitens der Eltern kam die Rückmeldung, dass diese gerne bei den Kochworkshops dabei sein wollen oder zumindest im Anschluss daran mit ihren Kindern die Speisen verkosten möchten. Das Kochbuch wurde von der Marketinggruppe übernommen und soll die Privatschule GaLeMo nach außen repräsentieren.
Beim Tag der offenen Tür und dem GaLeMo-Sommerfest konnten alle produzierten Erzeugnisse verkauft werden. Dies spricht dafür, dass es auch zu einer Verwendung der GaLeMo-Erzeugnisse im außerschulischen Alltag kommt.
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