ÖKOLOG-Schulen sind Schulen zum Wohlfühlen. Sie engagieren sich für die Umwelt und suchen nachhaltige Lösungen für soziale, ökonomische und ökologische Fragestellungen.

Nachhaltigkeit rund um unsere "Lebensmittel"

Schule: Tourismusschule HLF Krems
KoordinatorIn: Dipl. Päd. Kremsner Maria, BEd
DirektorIn: HR Direktorin Mag. Wagner Birgit
Inhalt
Zum Jahresschwerpunkt "Nachhaltige Lebensmittel" organisierten die Schüler und Schülerinnen der Nachhaltigkeitsgruppe ein ÖKO-Forum für alle 4. Klassen. Hier erhielten sie von externen Referenten wichtige Inputs aus der Praxis und für die Praxis.
Mit Hilfe der Ausstellung "Mahlzeit" von Südwind erlebten die Schüler und Schülerinnen der 1. und 2. Klassen hautnah die Komplexität der Lebensmittelproduktion.
Die "regionale/saisonale Gemüse- und Obst-CHALLENGE" versuchte unsere Schüler und Schülerinnen für den bewussten Konsum von Gemüse, Kräuter, Blüten und Obst aus der Region zu motivieren.
ÖKO-Forum an der HLF

ÖKO-Forum an der HLF

ÖKO-Forum

ÖKO-Forum

Workshop zur Ausstellung "Mahlzeit"

Workshop zur Ausstellung "Mahlzeit"

Ausstellung "Mahlzeit"

Ausstellung "Mahlzeit"

Sieger der "Regionalen/saisonalen Gemüse- und Obstvielfalts-Challenge"

Sieger der "Regionalen/saisonalen Gemüse- und Obstvielfalts-Challenge"

Maßnahme im Detail
Beschreibung der Maßnahme
ÖKO-Forum an der HLF

An Mittwoch, den 17. Dezember 2025, fand das ÖKO-Forum der 4 BHLT statt. Kernthema war die „Nachhaltigkeit in der Küche“. Durch die Beiträge von 7 tollen Referentinnen und Referenten erhielten die Schülerinnen und Schüler der 4. Klassen interessante Praxiseinblicke in dieses Spezialthema der Nachhaltigkeit.

Den Beginn berichtete unsere Lehrerin Maria Kremsner von der „Nachhaltigkeitsreise“ der HLF Krems, die bis ins Jahr 1998 zurückgeht. Im Laufe dieser Zeit wurden viele interessante Projekte verwirklich. Bei der allgemeinen Einführung in das Thema der Nachhaltigkeit wurden wir neben dem dreidimensionalen Nachhaltigkeitsbegriff, der als Zielbündel angesehen werden kann und ökologische, soziale und ökonomische Ziele gleichermaßen anstrebt, auch mit einigen Fakten zwischen Erfolge und Krisen unserer „Reichtumsgesellschaft“ und zum Trend Raubbau in unserer Gesellschaft, konfrontiert. Alleine wenn man überlegt, dass noch immer täglich mehr als 13 000 Kinder an Hunger und Unterernährung sterben, muss klar sein, dass es Zeit ist, sich endlich den Weg machen zu einer nachhaltigen Entwicklung für alle Menschen und den Planeten. Dabei ist Nachhaltigkeit nicht zwingend eine Frage des Geldes, sondern gerade im Lebensmittelbereich auch vielfach auch eine Frage der Wertschätzung!

Dann stellten Julia Herndler und Johanna Hauk, die durch das Programm führten, unsere Referentinnen und Referenten vor. Mit kurzen Impulsreferaten erhielten wir Einblicke in die Workshopthemen, die von den Schüler und Schülerinnen im Vorfeld gewählt werden konnten. Danach gings gleich in die Gruppenräume.

Annette Braun und Julia Gappmaier von BIO Austria stellten Ihr Projekt "Bio und die Küche der Zukunft Challenge" vor.

BIO-Austria ist der größte Bio-Verband Österreichs und Europas und gilt als zentrale Interessensvertretung für Biobäuerinnen und Biobauern. Zu Beginn stellten Sie sehr anschaulich mit einem Apfel dar, wie gering die zur Verfügung stehende Anbaufläche im Vergleich zur Fläche der Erde tatsächlich ist. Hier wird klar, dass wir auf diese wirklich Acht geben müssen. Neben Daten und Fakten zum Lebensmittelkonsum und-verbrauch, aber auch dem Lebensmittelabfall in Österreich, der eine Million Tonnen ausmacht, wurden gemeinsam vielfältige Lösungsansätze erarbeitet.

Die 4 Kernbausteine dieser Challenge waren der Lebensmittelabfall, die Bio-Info & bioregionale Liefernetzwerke, der „Pflanzliche Speiseplan“ und Kommunikation & Marketing. Weiters lernten wir hier auch viele Nachhaltigkeitsaspekte der biologischen Landwirtschaft kennen.


Philipp Flatz, ist Küchenmeister und hat nach diversen Winter- und Sommersaisonen auch als Privatkoch auf Yachten gekocht. Er ist gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Inhaber des FEINSINN GenussLokal in Rohrendorf. Im FEINSINN GenussLokal werden ausschließlich österreichische Produkte verkocht und es ist mit dem AMA-Gütesiegel ausgezeichnet. Beim Workshop hat er einen sehr praktischen Zugang zum Thema Nachhaltigkeit in der Küche, nämlich "Zwei Hühner - zwei Welten: Nachhaltigkeit & Zero Waste in der Küche" gewählt. Hier zeigte er sehr praxisnah und eindrücklich beim Zerlegen von 2 Hühnern, einem Bio-Huhn und einem konventionellen Huhn die Unterschiede der Qualität, Tierwohl, Verarbeitung und Wareneinsatz zwischen einem Bio-Huhn und konventionellem Huhn. Auch die effiziente Verwertung einzelner Teile wurden hier sehrt gut erklärt, z.B. können aus der Haut auch Chips gemacht werden. Mit dem Leitspruch „Gastro ist keine Arbeit, sondern ein Leben“ konnte er sein Publikum begeistern und motivieren.


Von der Firma Kastner, die sich schon sehr lange um das Nachhaltigkeitsthema bemühen, haben sich Herr Marcus Walter,

ein Absolvent der HLF und Standortleiter des Gastronomiegroßhandels in Krems und Herwig Gruber, Geschäftsführer der Kastner Gruppe und CSR/Nachhaltigkeitsbeauftragter zur Verfügung gestellt. Im Workshop "Lebensmittel auf den Teller statt in die Tonne" wurde viel rund um die Lebensmittelverschwendung und -entsorgung, auch anhand von praxisnahen Beispielen diskutiert. Einige nachhaltige Geschäftsmodelle im Lebensmittelhandel wurden angesprochen, aber auch was aus der Pandemie gelernt wurde und wie man auf Verantwortung setzten kann, wo jede und jeder seinen Beitrag leisten kann. Das Unternehmen entwickelte Konzepte, um Lebensmittel bewusster und ressourcenschonender anzubieten. Ein Beispiel ist die „Biss später-Box“- die Tafelbox, die praktische Lösung gegen Lebensmittelverschwendung, die auch soziale Projekt unterstützt und den bewussten Umgang mit Lebensmittel fördert.


Andreas Müller, Bildungsreferent für Südwind NÖ beleuchtete einen ganz anderen Zugang im Bereich der Nachhaltigkeit. Mit ihm konnten wir im Workshop "Globale Perspektiven zur Ernährungsgerechtigkeit entdecken". Wir erhielten Informationen zu globaler Landwirtschaft und Ungleichheiten in Sachen Reichtum oder Zugang zu Nahrungsmitteln in verschiedenen Ländern. Der „Pickers Trailer“ veranschaulichte auf eine praxisnahe Weise die Arbeitsbedingungen und Menschrechte in der Lebensmittelproduktion, worüber auch im Anschluss heftig diskutiert wurde.

Abgerundet wurde die globale Betrachtungsweise durch eine Ausstellung zum Thema "Make Fruit Fair". Hier wurde ausgehend von einem bunten Obstsalat erforscht, was hinter dem Billigwahn des Lebensmittelhandels steckt, wie Ausbeutung und unfaire Arbeitsbedingungen, Gefahren für Umwelt und Klima und vieles mehr. Der Aufruf, dass sich hier was ändern muss, ist mehr als verständlich. Auch hier kann der Konsument einen wesentlichen Beitrag leisten.


Frau Christine Saahs berichtete uns sehr lebendig über das "Gesamtpaket Nikolaihof Wachau". Wir hörten die spannende Geschichte des Betriebes, beginnend mit dem Weingut und die daraus entstandene Weinstube. Gemeinsam mit ihrem Mann führte sie seit 1978 das Restaurant, in dem ausschließlich Demeter- oder Bio-Produkte verarbeitet werden und die selbst produzierten Demeter-Weine angeboten werden. Die Vermarktung des Demeter-Weins war anfangs vor allem in Österreich sehr schwierig, aber sie und Ihr Mann ließen sich nicht unterkriegen standen entschlossen hinter ihrer Philosophie und bauten sich einen internationalen Vertrieb auf. So hielt die Familie bereits 40 Jahre Geschäftsbeziehungen nach Amerika aufrecht. Erst als sie die Bestbewertung für ihren Wein erhielten, war erst der österreichische Markt daran interessiert.

Auch über ihre selbstgeschriebenen Kochbücher die das Siegel Best oft he Best Gourmand erhielten und international verkauft werden, konnte sie vieles berichten.

Das jüngste Produkt ihres jüngsten Sohnes ist die Demeter zertifizierte Traubenkernkosmetiklinie "dieNikolai"!


Anschließend wurden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit einer coolen Jause versorgt. Und zum Abschluss präsentierte noch jede Gruppe kurz ihre Ergebnisse, worüber noch im Plenum diskutiert wurde.

Abschließend kann man sagen, dass jeder einzelne gerade im Bereich der Ernährung viel zur Nachhaltigkeit beitragen kann. Sei es mehr vegetarische Gerichte im Speiseplan zu integrieren, BIO- oder Demeter-Produkte einzukaufen, Lebensmittel richtig zu verwerten, Lebensmittelabfall zu vermeiden, die wertschätzende Haltung in Bezug auf Lebensmittel und Ihren Produzenten und vieles mehr. Vielleicht hat sich jeder nur eine Sache mitgenommen, die er ändern möchte, dann hätten wir schon viel erreicht.

Die 4BHLT bedankt sich bei den engagierten Referenten und interessierten Schülerinnen und Schüler der 4. Klassen.
Wie viele SchülerInnen haben an dieser Maßnahme / dem Projekt mitgewirkt?
80
Welche Außenkontakte / Kooperationen gab es im Rahmen dieser Maßnahme / dieses Projekts?
Durch unsere Referenten von BIO Austria, dem Nikolaihof Wachau, der Firma Kaster, dem FEINSINN Genusslokal und Südwind.
Wie wurde die Maßnahme / das Projekt präsentiert? In welcher Form erfolgte die Öffentlichkeitsarbeit?
Durch die aktiver Teilnahme aller 4. Klassen am ÖKO-Forum, Präsentation auf Instagramm und auf der Homepage
Wie wurde die Maßnahme / das Projekt reflektiert/evaluiert?
Befragung der Teilnehmer:Innen und anschließende Reflexionsgespräch durch das Organisationsteam
Was hat sich durch die Maßnahme an der Schule verändert?
Die Schüler:Innen haben durch die Inputs von außen auf die Komplexität und Wichtigkeit besser wahrgenommen. Außerdem wurden sie zur aktiven Umsetzung angeregt.
Wo liegen unsere Stärken?
Organisation
Welche weiteren Maßnahmen/Projekte wurden im Schuljahr durchgeführt?
Ausstellung "Mahlzeit" mit Führungen von Schüler:Innen für Schüler:Innen.
Regionale / Saisonale Gemüse- und Obst -Challenge
WILMA-Projekt
EXTOR-Projekt