ÖKOLOG-Schulen sind Schulen zum Wohlfühlen. Sie engagieren sich für die Umwelt und suchen nachhaltige Lösungen für soziale, ökonomische und ökologische Fragestellungen.

GREEN STEEL und was hat Elektrolyse damit zu tun?

Schule: HTBLVA für Textilindustrie und EDV
KoordinatorIn: DI Dr. Seitz Daniela
DirektorIn: Dr. HAGER Gerhard
Inhalt
Im Schuljahr 2024/25 nahm die Klasse 1AHWIT der HTL Spengergasse (Abteilung Wirtschaftsingenieurwesen – Technisches Management und Umwelt) unter der Leitung von DI Nicolas Hirvonen und DI Dr. Daniela Seitz am 18. Projektwettbewerb des VCÖ teil. Ziel des Projekts war es, die konventionelle Eisen- und Stahlerzeugung mit modernen, klimafreundlichen Verfahren zu vergleichen und den Einsatz von „grünem“ Wasserstoff aus Wasserelektrolyse als Reduktionsmittel zu verstehen.

Das fächerübergreifende Projekt verband Naturwissenschaften und Produktmanagement. Im Unterricht analysierten die Schüler:innen den Hochofenprozess sowie die Direktreduktion mit Elektrolichtbogenofen hinsichtlich technischer Abläufe, Energie- und Rohstoffverbrauch sowie ökologischer Auswirkungen.

Ein Highlight war der Lehrausgang zur voestalpine Linz (Hochofenführung, Warmwalzwerk) und zum Ars Electronica Center, wo u. a. ein interaktives Modell zur Wasserstoff-Wertschöpfungskette erkundet wurde.

Beim Projektvormittag führten die Schüler:innen Experimente zu Redoxreaktionen, Elektrolyse, Wasserstofferzeugung und Brennstoffzellentechnologien durch. Stationen wie der Hoffmann’sche Zersetzungsapparat, Brennstoffzellenmodelle, Metall-Salzsäure-Reaktionen oder die Erstellung einer elektrochemischen Spannungsreihe boten praxisnahe Einblicke.

Das Projekt förderte Teamarbeit, Selbstständigkeit und das Verständnis komplexer technischer und ökologischer Zusammenhänge. Die Verbindung von Theorie und Praxis ermöglichte den Schüler:innen, aktuelle Herausforderungen der Industrie – insbesondere die Dekarbonisierung der Stahlproduktion – greifbar nachzuvollziehen.

Aufgrund des großen Erfolgs wird überlegt, das Projektformat fest in den Lehrplan der ersten Jahrgänge zu integrieren und langfristig auf höhere Jahrgänge auszuweiten, um naturwissenschaftlich-technische Kompetenzen noch gezielter und praxisnah zu fördern.
Am 8. März 2025 experimentierten die Schüler:innen zu Wasserelektrolyse, Wasserstofferzeugung und Brennstoffzellen – und vertieften so praxisnah ihr Verständnis für nachhaltige Technologien.

Am 8. März 2025 experimentierten die Schüler:innen zu Wasserelektrolyse, Wasserstofferzeugung und Brennstoffzellen – und vertieften so praxisnah ihr Verständnis für nachhaltige Technologien.

Interaktive Wasserstoffanlage im Ars Electronica Center – anschauliche Darstellung der Wasserstoff-Wertschöpfungskette, von der Elektrolyse bis zur Nutzung als Energieträger.

Interaktive Wasserstoffanlage im Ars Electronica Center – anschauliche Darstellung der Wasserstoff-Wertschöpfungskette, von der Elektrolyse bis zur Nutzung als Energieträger.

Maßnahme im Detail
Beschreibung der Maßnahme
GREEN STEEL – und was hat Elektrolyse damit zu tun?
Im Rahmen des 18. Projektwettbewerbes des VCÖ im Schuljahr 2024/25 führte die Klasse 1AHWIT (HTL Spengergasse, Abteilung Wirtschaftsingenieurwesen – Technisches Management und Umwelt) unter der Leitung von DI Nicolas Hirvonen und DI Dr. Daniela Seitz ein fächerübergreifendes Projekt zu nachhaltiger Stahlerzeugung durch.

Ziel war es, die konventionelle Eisen- und Stahlproduktion mit modernen, klimafreundlichen Verfahren wie der Direktreduktion in Verbindung mit Elektrolichtbogenöfen zu vergleichen. Ein besonderer Fokus lag auf der Wasserelektrolyse zur Erzeugung von „grünem“ Wasserstoff als Reduktionsmittel.

Das Projekt umfasste Unterrichtseinheiten in Naturwissenschaften und Produktmanagement, eine Exkursion zur voestalpine in Linz und zum Ars Electronica Center sowie einen praxisorientierten Experimentiertag. Dabei untersuchten die Schüler:innen u. a. Redoxreaktionen, stellten Wasserstoff im Labor her, erprobten Brennstoffzellentechnologien und erarbeiteten eine elektrochemische Spannungsreihe.

Durch diese Verbindung von Theorie und Praxis konnten die Lernenden komplexe technologische und ökologische Zusammenhänge eigenständig erschließen – und gleichzeitig erfahren, wie Elektrolyse und grüner Wasserstoff zur Dekarbonisierung der Stahlindustrie beitragen können.
Wie viele SchülerInnen haben an dieser Maßnahme / dem Projekt mitgewirkt?
31
Welche Außenkontakte / Kooperationen gab es im Rahmen dieser Maßnahme / dieses Projekts?
Teilnahme am 18.Projektwettbewerbes des VCÖ (Verband der Chemielehrer in Österreich) im Schuljahr 2024/25
Besuch der VOEST Alpine und des ARS Electronica in Linz
Projektvormittag mit Versuchen
Wie wurde die Maßnahme / das Projekt präsentiert? In welcher Form erfolgte die Öffentlichkeitsarbeit?
Das Projekt wurde in Form eines detaillierten Projektberichts beim VCÖ eingereicht – auch wenn wir diesmal nicht zu den Gewinnern zählten. Eine Vorstellung des Projekts erfolgte auf der Homepage der HTL Spengergasse unter Neuigkeiten (https://www.spengergasse.at/?p=8918#more-8918) sowie im Jahrbuch der Schule.
Wie wurde die Maßnahme / das Projekt reflektiert/evaluiert?
Das Feedback der Schüler:innen wurde über MS Teams eingeholt. Insgesamt wurde das Projekt sehr positiv bewertet – einziger Kritikpunkt: der Termin an einem Samstagvormittag. Die Lernenden arbeiteten mit hoher Motivation und Begeisterung; besonders geschätzt wurden die praktischen Experimente und die Möglichkeit, theoretisches Wissen aktiv anzuwenden. Viele wünschten sich ähnliche Aktivitäten in der Zukunft.
Aus Sicht der Lehrenden zeigte sich, dass fächerübergreifender Unterricht – insbesondere die Verbindung von Naturwissenschaften, Umwelttechnologie und Praxis – den Lernprozess nachhaltig unterstützt, komplexe Zusammenhänge verständlicher macht und sowohl Eigenständigkeit als auch Teamfähigkeit stärkt.
Was hat sich durch die Maßnahme an der Schule verändert?
Der Erfolg des Projekts hat gezeigt, wie wertvoll fächerübergreifender, praxisorientierter Unterricht ist. Daher wird erwogen, dieses Projektformat fix im Lehrplan der ersten Jahrgänge zu verankern, um einen frühen, lebendigen Zugang zu naturwissenschaftlich-technischen Themen zu schaffen. Langfristig sollen ähnliche Projekte auch in höheren Jahrgängen etabliert werden, um die fachliche Kompetenz der Schüler:innen weiter zu vertiefen und praxisnah auszubauen.
Wo liegen unsere Stärken?
Wir haben den Mut, Neues auszuprobieren, und erkennen, dass es viele innovative Wege gibt, die wir gemeinsam beschreiten können.
Welche weiteren Maßnahmen/Projekte wurden im Schuljahr durchgeführt?
Im Schuljahr wurden mehrere Diplomarbeiten mit Umwelt- und Nachhaltigkeitsschwerpunkten durchgeführt, darunter: Erlangung des Umweltzeichens für die HTL Spengergasse im Bereich Ernährung, Implementierung einer Biogasanlage zur energetischen Abfallverwertung sowie chemisch-physikalische Untersuchungen von 3D-Druckfilamenten aus recyceltem Material.
Zusätzlich fand in der Abteilung Wirtschaftsingenieur – Betriebsinformatik ein Upcyclingprojekt im Gegenstand Unternehmensführung und Wirtschaftsrecht statt.