ÖKOLOG-Schulen sind Schulen zum Wohlfühlen. Sie engagieren sich für die Umwelt und suchen nachhaltige Lösungen für soziale, ökonomische und ökologische Fragestellungen.

Ein Tauschraum für die Lessinggasse

Schule: BRG/BORG II Lessinggasse
KoordinatorIn: Dr. MMag. Penkner Alexandra
DirektorIn: DI Mag. Graf Roman
Inhalt
Auch im Schuljahr 2022/23 wurden mehrere Maßnahmen im Sinne der Nachhaltigkeit durchgeführt. Besonders berücksichtigt wurde dabei der achtsame Umgang mit Ressourcen. Dies gipfelte in der Etablierung eines, für die gesamte Schulgemeinschaft zugänglichen, Tauschraumes am Schulzentrum Lessinggasse. Es wurden noch viele weitere Projekte verfolgt, die u. a. unsere zahlreichen Schultiere in den Mittelpunkt stellten.
Schüler*innen im Tauschraum

Schüler*innen im Tauschraum

Beitrag des Kreativblogs zur Nachhaltigkeit

Beitrag des Kreativblogs zur Nachhaltigkeit

Eingang zum Tauschraum

Eingang zum Tauschraum

Junge Imker*innen in der UÜ Imkerei

Junge Imker*innen in der UÜ Imkerei

Geordnete Schulbücher nach deren Rückholaktion

Geordnete Schulbücher nach deren Rückholaktion

Rückblick

Anzahl der Personen im ÖKOLOG-Team: 7

Welche ÖKOLOG-Aktivitäten (Maßnahmen, Projekte etc.) hat Ihre Schule im aktuellen Schuljahr im Hinblick auf die Entwicklungsziele gesetzt?
Auch im Schuljahr 2022/23 wurden mehrere Aktivitäten im Sinne der „Weiterentwicklung und Implementation von Maßnahmen für ein Zusammenleben nach ökologischen Gesichtspunkten im neuen Schulgebäude“ durchgeführt. Geplant waren für das Schuljahr 2022/23 vor allem Projekte, die sich mit dem achtvollen Umgang mit Ressourcen beschäftigten. Diesbezüglich wurden mehrere Maßnahmen gesetzt.


ACHTVOLLER UMGANG MIT RESSOURCEN
Tauschen statt neu kaufen -
Im Schuljahr 2022/23 fand in Zusammenarbeit mit der UNESCO-Arbeitsgruppe eine weitere Tauschbörse am Tag der Offenen Tür statt. Dieses Mal wurde die Aktion um eine publikumswirksame Modenschau erweitert. Diese Tauschaktion wurde durch ein wunderbares Feedback und zahlreiche Spenden unterstützt. Sie war somit auch dieses Mal ein großer Erfolg. Es konnten Euro 400.- an wohltätige Organisationen weitergegeben werden. Die Tauschaktion wurde weiterverfolgt und gipfelte in der Eröffnung eines permanenten Tauschraumes (siehe dazu „Maßnahme im Detail“).

Rückholaktion gebrauchter Schulbücher -
Heuer nutzten besonders viele Schüler*innen die Möglichkeit, gebrauchte aber noch sehr gut erhaltene Schulbücher abzugeben. Diese wurden gesichtet, nach Fächern und Schulstufen geordnet und warten nun auf die Ausgabe und auf die Wiederverwendung im Schuljahr 2023/24.


WEITERE PROJEKTE
Schulbienen im Fokus -
Unsere Schulbienen sind mittlerweile ein Teil unserer Schulgemeinschaft. Seit dem Schuljahr 2022/23 gibt es die Unverbindliche Übung (UÜ) „Imkerei“, an der 18 Schüler*innen unter der Leitung von zwei Lehrern, die auch Hobbyimker sind, erfolgreich und mit großer Begeisterung teilnahmen. Die Schüler*innen hatten hier die Möglichkeit, das Imkereihandwerk theoretisch zu erschließen und das erworbene Wissen anschließend praktisch umzusetzen. Die Schüler*innen lernten Beuten zu bauen, den Einzug neuer Bienenvölker zu beobachten, das Imkerverhalten den Tieren gegenüber zu üben und das Verhalten am Flugloch als Indikator für die „Stimmung“ im Bienenstamm zu lesen. Neben der Bienenhaltung wurden auch die wichtigsten Bienenprodukte kennengelernt und sowohl Bienenwachskerzen als auch Honig selbst hergestellt.
Zwei weitere Projekte beschäftigten sich mit unseren Schulbienen im übergeordneten Sinne. Zum einen beschäftigte sich eine erste Klasse im Rahmen des Projekts „Nachhaltige Lebensmittel und Tierhaltung“ mit der Frage, wo unsere Nahrungsmittel herkommen. Die Schüler*innen beschäftigten sich unter anderem mit Bio-Tierhaltung. Im Rahmen dieses Projekts gab es eine Zusammenarbeit mit der UÜ „Imkerei“, wobei die „Bienenspezialist*innen“ als Multiplikator*innen mit den Schüler*innen der ersten Klasse zusammenarbeiteten. So war es den Schüler*innen der ersten Klasse möglich, sich selbst ein realistisches Bild der Bienenzucht zu verschaffen und die Herkunft von Lebensmitteln kennen und schätzen zu lernen.
Eine sechste Klasse gestaltete „Samensäckchen“. Dieses Projekt sollte Nachhaltigkeit und den Erhalt der Artenvielfalt mit Öffentlichkeitsarbeit vereinen. Samen unserer selbstgepflanzten Blütenpflanzen auf der Dachterrasse der Schule wurden geerntet, nach erfolgreichen Keimungsversuchen in den Entsorgungsplastiksäckchen der Antigentests verpackt und mit selbst gestalteten Etiketten versehen. So wurden Sonnenblumensamen, Ringelblumensamen, Basilikumsamen und Samen für eine bienenfreundliche Blumenwiese attraktiv verpackt und am Tag der Offenen Tür gegen eine kleine Spende am Ökologstand veräußert. Das Projekt richtete die Aufmerksamkeit der Schüler*innen auf unsere Hochbeete und die Schulbienen und bot gleichzeitig nachhaltig produziertes zukünftiges Bienenfutter in recycelter Verpackung an.

Was man liebt, das schützt man – der „Lessingzoo“ -
An unserer Schule leben in den Biologiesälen zahlreiche Tiere wie Mehlkäfer, Madagaskar Fauchschaben, Annam-Stabschrecken, Süßwasserzierfische, eine Hakennasennatter, Achatschnecken u. ä. Diese Tiere werden von Schüler*innen und Lehrpersonen gepflegt und auch im Unterricht eingesetzt. Es wurde deutlich, dass die Begeisterung für die Tiere wuchs, je intensiver sich die Schüler*innen mit ihnen auseinandersetzten. Wir sind davon überzeugt, auf diese Weise Grundlagen für den Artenschutz zu schaffen, denn was man liebt und versteht, das ist man bereit zu achten und zu schützen. Zusätzlich werden aktuelle und grundlegende Informationen zu unseren Tieren auf dem Blog des Lessingzoos regelmäßig veröffentlicht: https://lessingzoo.wordpress.com/.

Bewusster und kritischer Umgang mit der aktuellen Umwelt(situation) -
Zahlreiche Lehrer*innen setzten in diversen Unterrichtsfächern umweltsensible und ÖKOLOG-orientierte Themen und Projekte um. Im Folgenden werden einige Projekte vorgestellt:
Im April 2023 machte sich die 3A auf zum Landgut Cobenzl. Nachdem in den Biologiestunden davor viel zum Thema "biologische Landwirtschaft" recherchiert wurde, war es spannend, einen Einblick in den Biobetrieb zu bekommen. Gemeinsam wurde zum Abschluss Brot gebacken und das Streicheln der Tiere durfte natürlich auch nicht fehlen.
Auch die Schüler*innen unseres Kreativ-Blogs der Unterstufe setzten sich mit der Thematik Klimaschutz und Nachhaltigkeit in ihren Beiträgen kreativ auseinander. Diese Beiträge sind auf der Website www.theyounglessings.com nachzusehen.


Weitere, in zurückliegenden Jahresberichten dokumentierte, Maßnahmen wie z. B. das Tutor*innensystem, die Teilnahme an der Aktion „Österreich Radelt!“ und die Schulbegrünung wurden weiterverfolgt. Letztere Maßnahme wurde im Schuljahr 2022/23 vor allem mit einer erweiterten Begrünung der Schulinnenräume umgesetzt.

Langfristige Maßnahmen und Projekte im Sinne des ÖKOLOG und der Nachhaltigkeit am Schulstandort Lessinggasse weiterzuverfolgen und zu vertiefen, bleibt das große Ziel für das Schuljahr 2023/24.

Maßnahme im Detail
Beschreibung der Maßnahme
Ein Tauschraum für die Lessinggasse

Nach zwei erfolgreich durchgeführten Tauschbörsen überlegten wir uns, was mit der schönen Kleidung, dem Schmuck, den Taschen, Büchern, den Elektrogeräten, dem Krimskrams und den Kleinigkeiten passieren sollte, die bereits gesammelt wurden aber noch keine neuen Besitzer*innen gefunden hatten. Zusätzlich gab es von vielen Seiten den Wunsch, dieses Projekt, das den nachhaltigen Konsum unterstützt, dauerhaft zu etablieren. Auf dieser Basis entwickelte sich die Idee, einen permanenten Tauschraum einzurichten, in dem Gegenstände regelmäßig abgegeben, getauscht oder gegen eine minimale Spende erworben werden konnten.
Mit Unterstützung der Schulleitung wurde ein geeigneter Raum in der Schule gefunden. Dieser Raum wurde mit recycelten Kleiderständern und Regalen ausgestattet und die gesammelten Gegenstände wurden entsprechend eingeordnet und präsentiert. Wir legten auch Wert darauf, dass z. B. Kleidung den Jahreszeiten entsprechend präsentiert wurde. Der Tauschraum wurde zu bestimmten Zeiten während der Schulwoche geöffnet und konnte von der gesamten Schulgemeinschaft besucht werden. Werbung für den Tauschraum wurde mittels Plakaten, Instagram-Postings und vor allem durch Mundpropaganda gemacht.
Dieses ökologisch-orientierte Projekt wurde sehr gut angenommen! Zusätzlich zur Nachhaltigkeit und dem sozialen Gedanken war für Groß und Klein auch das Shoppingerlebnis bedeutend. Uns fiel auch auf, dass der Tauschraum vor allem für die jüngeren Schüler*innen eine Möglichkeit bot, ihre Unabhängigkeit und Eigenständigkeit in geschütztem Rahmen zu erproben. Oft wurden auch Dinge für Familienmitglieder oder Freund*innen besorgt - ein schöner sozialer Aspekt! Im Laufe der Zeit bot der Tauschraum auch unerwartete Möglichkeiten: So kleideten sich Lehrer*innen, die im Rahmen eines Sportfests vom Regen vollkommen durchnässt wurden, neu ein. Unser Theaterzweig wurde im Tauschraum hinsichtlich der benötigten Kostüme fündig und eine Schülerin war leider nicht adäquat für die mündliche Matura gekleidet. Auch sie fand Hilfe im Tauschraum. 😊
Letztlich konnten wir allein durch den Tauschraum ca. 200.- Euro an Spenden sammeln, die einer gemeinnützigen Organisation übergeben wurden.

Wir danken allen, die gaben, tauschten und spendeten, sehr herzlich und freuen uns auf eine Fortsetzung des Projekts im nächsten Schuljahr!
Wie viele SchülerInnen haben an dieser Maßnahme / dem Projekt mitgewirkt?
100
Wie wurden geschlechterspezifische Lernzugänge berücksichtigt?
Die teilnehmenden Schüler*innen fanden nach eigener Motivation individuelle Zugänge zum Projekt bzw. nützten eigene Interessen und Erfahrungen dazu, das Projekt zu gestalten bzw. zu unterstützen. Die Geschlechterzugehörigkeit spielte dabei keine vorgesehene bzw. festgelegte Rolle.
Welche Außenkontakte / Kooperationen gab es im Rahmen dieser Maßnahme / dieses Projekts?
Es wurde über die Schüler*innen Kontakt mit deren Eltern aufgenommen, welche die Aktion mit regelmäßigen Sachspenden unterstützten. Zusätzlich wurden die finanziellen Spenden an außenstehende, gemeinnützige Organisationen übergeben.
Wie wurde die Maßnahme / das Projekt präsentiert? In welcher Form erfolgte die Öffentlichkeitsarbeit?
Innerhalb der Schule wurde die Aktion mittels Poster und Tagesmeldungen auf WebUntis präsentiert. Weiters richteten die Schüler*innen einen Instagram-Account für Werbe- und Informationszwecke ein. Zusätzlich konnte das Projekt von Außenstehenden auf der Schulhomepage (www.lessinggasse.at) mitverfolgt werden.
Wie wurde die Maßnahme / das Projekt reflektiert/evaluiert?
Es wurden Feedbackgespräche mit Schüler*innen, beteiligten Lehrer*innen und der Direktion geführt.
Was hat sich durch die Maßnahme an der Schule verändert?
Es wurde eine Zusammenarbeit auf unterschiedlichen Ebenen geschaffen. So konnte beobachtet werden, dass Schüler*innen und auch Lehrer*innen zuerst an den Tauschraum dachten, bevor sie Dinge "entsorgten". Die Aktion verankerte sich zunehmend in den Köpfen der Schulgemeinschaft. Durch den Tauschraum wurde auch ein Ort geschaffen, an dem man sich regelmäßig treffen und sich begegnen konnte. Es wurde deutlich, dass viele Menschen das Ziel, sich für unsere Umwelt einzusetzen, verfolgen. Diese gemeinsame Perspektive stärkt, motiviert und beeinflusst das Schulklima nachhaltig positiv.
Wo liegen unsere Stärken?
Unsere Stärken sind der Zusammenhalt der gesamten Schulgemeinschaft und die vorherrschende Wertschätzung für die Arbeit anderer. Diese Anerkennung wird durch das Interesse an den Projekten und die selbstverständliche Unterstützung dieser deutlich. Vor allem wird auch die ausgesprochen gute Vernetzung der Schüler*innen untereinander immer wieder deutlich, die natürlich für die erfolgreiche Durchführung eines Projektes dieser Art unerlässlich ist.