ÖKOLOG
DEENFR
ÖKOLOG-Schulen sind Schulen zum Wohlfühlen. Sie engagieren sich für die Umwelt und suchen nachhaltige Lösungen für soziale, ökonomische und ökologische Fragestellungen.

Internationaler Rahmen

A)


1. Das CoDes Netzwerk

 

CoDeS ist ein multilaterales Netzwerk im Rahmen des EU Programms Lebenslanges Lernen. Thema ist die Kooperation von Schule und Gemeinde zur Umsetzung von nachhaltiger Entwicklung. Aus europäischer Perspektive befasst sich das Netzwerk mit Prozessen des Lernens, mit Grundsätzen, Modellen und Instrumenten für eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Schulen und Gemeinden.

Mehr Informationen zum Netzwerk finden Sie hier.

 

2. Ziele von CoDes

 

Ziel des Projektes ist es zu erforschen, wie die Kooperation von Schule und Gemeinde zur praktischen Umsetzung der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) erfolgreich gestaltet werden kann. Die Gemeinde wird dabei sehr umfassend verstanden: Gruppen engagierter BürgerInnen, MitarbeiterInnen der Verwaltung von Städten und Gemeinden, gewählte MandatarInnen, Wirtschaftstreibende, WissenschaftlerInnen, Jugendgruppen, aber auch Einrichtungen wie Feuerwehren, Kindergärten, Altersheime und Vereine, die sich intensiv mit der Umsetzung von nachhaltiger Entwicklung beschäftigen.

Die Ergebnisse sollen einen Beitrag dazu leisten, dass

  • im Kooperationsprozess von Schule und Gemeinde Kompetenzen entwickelt werden, die für (natur)wissenschaftliches Lernen relevant sind und ermöglichen, dass soziale und ökologische Verantwortlichkeit wahrgenommen werden.
  • die Motivation der Lehrenden und Lernenden durch Methoden, wie erforschendes Lernen erhöht wird und sie ihre wissenschaftlichen Kompetenzen verbreitern können
  • die Beschreibung von überprüften Kooperationsmodellen neue Impulse für die Gestaltung der Zusammenarbeit von Schule - Gemeinde bewirkt
  • allen PartnerInnen von Kooperationsprozessen, Indikatoren und Kriterien förderlicher Rahmenbedingungen zur Verfügung stehen
  • Kompetenzen, welche PartnerInnen im Kooperationsprozess benötigen, deutlich werden und somit deren Entwicklung unterstützt werden kann
  • Hilfestellungen für PartnerInnen zur Verfügung stehen (“Toolbox“, „Travel Guide“)

 

Das österreichische Partnerkonsortium von CoDeS hat für Österreich folgende Ziele formuliert:

  • Ein Policy Paper zur Öffnung der Schule ist formuliert und akkordiert.

  • Qualitätskriterien zur Schule-Gemeinde-Kooperation sind formuliert und an relevante Stakeholder kommuniziert.

  • Beispiele guter Praxis und eine Übersicht, was in Österreich und bei den EU-Partnern „abläuft“, sind gesammelt und publiziert.

  • Relevante Stakeholder (z. B. Städte- und Gemeindebund) zur Schule-Gemeinde-Kooperation sind identifiziert und es gibt mit ihnen eine systematische Kommunikation.

  • Der Mehrwert der Schule-Gemeinde-Kooperation ist für alle Partner klar ersichtlich und kommuniziert.

  • Schritte zur Implementierung sind identifiziert und erprobt; entsprechende Vereinbarungen insbesondere für kleine und mittlere Städte sind formuliert.

  • Schule-Gemeinde-Kooperationen sind an UNI und PH und anderen Forschungseinrichtungen als Forschungsthema kommuniziert und es gibt entsprechende Forschungsinitiativen.

 

3. Österreichische CoDes-Partner




 

 

 

 

AIT Austrian Institute of Technology GmbH ist Österreichs größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung und beschäftigt sich mit den für Gesellschaft und Wirtschaft wichtigen Infrastrukturthemen der Zukunft – Energie, Mobilität, Sicherheit sowie Gesundheit und Umwelt. Im Bereich „Foresight & Policy Development” beschäftigen wir uns mit Innovations- und Nachhaltigkeitsforschung, wofür Bildung jeweils ein zentralen „Erfolgsfaktor“ darstellt.

Mehr dazu finden Sie auf der Website.

AIT übernimmt im Rahmen von CoDeS die Leitung für das Arbeitspaket „Verbreitung von Modellen, Strategien, Medien und Methoden“.  Als Fallbeispiel für die Einbindung von Unternehmen in Schul-Gemeinde Kooperation für nachhaltige Entwicklung wird die „smart city“ Amstetten präsentiert.

 

 


 

Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Gemeinde ist dem BMBF seit langem ein Anliegen und es empfiehlt die Umsetzung einer Reihe von Bildungsprinzipien wie Umweltbildung, politische Bildung, Gesundheitsförderung, Verkehrserziehung und Projektunterricht.

In der Neufassung des § 56 des Schulunterrichtsgesetzes im Jahr 2011 in Hinblick auf eine schulische Qualitätsentwicklung ist die „Außenbeziehung und Öffnung von Schule“ ein Punkt (Abs. 2). Dies umfasst insbesondere die aktive Pflege der Kontakte zu den Erziehungsberechtigten, die Öffnung der Schule und die systematische Pflege der Kontakte zum schulischen Umfeld (z. B. Wirtschaftsunternehmen, Organisationen, Abnehmer-Institutionen, Zubringerschulen) und zu außerschulischen ExpertInnen sowie die Pflege der europäischen und internationalen Orientierung.

Für das BMBF ergibt sich daraus die Möglichkeit einer Vertiefung des Themas mit entsprechender Reichweite unter Nutzung der vorhandenen Kontakte, aufbauend auf den Ergebnissen des Kooperationsprojektes im Rahmen der Demokratieinitiative 2008.

Allgemeine Informationen finden Sie hier.

 

 


 

Das Institut für Unterrichts- und Schulentwicklung (IUS) der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt ist eines von sechs Austrian Educational Competence Centres (AECC). Es gehört dem Universitätszentrum School of Education an. Das IUS mit seinen Standorten in Klagenfurt und Wien hat eine österreichweite Ausrichtung, es setzt aber auch regionale und internationale Impulse. Die wichtigsten Zielgruppen beziehungsweise Partnerinnen und Partner des IUS sind Lernende, Lehrende und Forschende im Bildungsbereich, wissenschaftliche Einrichtungen sowie Steuerungsakteure des Bildungssystems.

Alle näheren Informationen finden Sie auf unserer Website.

Das IUS steuert zu CoDeS folgenden Fall bei: „Eine Langzeitpartnerschaft zwischen der Nationalpark-Hauptschule Winklern und dem  Nationalpark Hohe Tauern Kärnten“.

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

 


 

Die Lokale Agenda 21 Wien ermöglicht den WienerInnen an einer nachhaltigen Stadt- und Bezirksentwicklung mitzuwirken. Sie arbeiten in Agenda-Gruppen und im Dialog mit Politik, Verwaltung und Fachleuten an Projekten, die sanfte Mobilität fördern, die das Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen verbessern, die öffentliche Räume zu Lebensräumen machen und die vielfältigen Bedürfnissen gerecht werden.  Dabei werden die BürgerInnen professionell von Agendabüros unterstützt. Schulen und dessen SchülerInnen haben im Rahmen der Lokalen Agenda 21 schon viele Projekte umgesetzt z. B. die Umgestaltung des Kloppsteinplatzes in den nun attraktiven Joe Zawinulplatz, die Durchführung eines Generationendialogs zusammen mit einem PensionistInnenwohnhaus, der Ausbau einer Photovoltaikanlage auf einem Schuldach oder die Gestaltung eines Schulvorplatzes. Im Rahmen von CoDeS werden zwei Projekte als Fallbeispiele für die erfolgreiche Zusammenarbeit von Schule und Gemeinde analysiert.

Näheres zur Lokalen Agenda 21 finden Sie hier.

 

 

 


 

Wiener Neudorf ist eine Gemeinde am südlichen Stadtrand von Wien mit ca. 9ooo Einwohnern, Tendenz steigend.

Der große Anteil am Industriezentrum Süd sichert ca. 10 600 Arbeitsplätze in über 700 Klein- und Mittelbetrieben sowie einigen international tätigen Firmen und eine stabile finanzielle Basis. Die Lage an der Südautobahn bzw. an den Wiener Lokalbahnen garantiert eine gute Verkehrsverbindung an die nahe Bundeshauptstadt.

Es gibt im Ort derzeit vier Kindergärten, eine 16-klassige Volksschule, zwei Horte und eine Musikschule. Das Angebot von über 60 unterschiedlichen Vereinen zeugt von einem aktiven Gemeindeleben.

Seit 2006 arbeiten im Rahmen des Wiener Neudorfer Inklusionsprojekts, einem Vernetzungs- und Organisationsentwicklungsprojekt nach inklusiver Grundhaltung, alle Bildungseinrichtungen im Ort – inklusive Gemeinde – zur Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung zusammen. Demnächst sollen auch die im Ort ansässigen Betriebe vermehrt eingebunden werden. Bildung und die Schaffung von Möglichkeiten zum gemeinsamen lebenslangen Lernen für ALLE – Kommunale Bildung – ist in diesem Projekt einer der wesentlichen Schlüssel zum Erfolg.

Mit diesem Projekt ist Wiener Neudorf auch als Referenzgemeinde in CoDeS vertreten. Hier finden Sie nähere Informationen zum Ort und zum Projekt.

 

 

4. Wiener CoDeS-Konferenz Mai 2012

 

Das BMBF organisierte als Partner dieses Projekts die erste CoDeS-Konferenz, die vom 1. bis 3. Mai 2012 im Kardinal-König-Haus in Wien stattfand. Es wirkten daran TeilnehmerInnen aus 16 Ländern mit. Die Vielfalt der teilnehmenden Stakeholder von der Wirtschaft, NGOs, KollegInnen aus Schulen, Bildungsforschung sowie Unterrichtsverwaltung etc. brachten unterschiedliche Blickwinkel und Beiträge in die Diskussionen ein. Wesentliche inhaltliche Grundlagen für die Arbeitsgruppen boten ausführliche Projektbeschreibungen und Poster.

Lesen Sie hier den Bericht zur Konferenz!

 

 B)


 

Die Europäische Kommission hat das Jahr 2013 zum Europäischen Jahr der Bürgerinnen und Bürger erklärt, mit der Zielsetzung die BürgerInnen über ihre Rechte und Möglichkeiten im Rahmen der EU-Bürgerschaft aufzuklären und das demokratische Leben in Europa auf allen Ebenen zu intensivieren.

 

Die Zielsetzungen im Einzelnen sind

  • bei den EU-BürgerInnen ein Bewusstsein für ihr Recht zu schaffen, sich im Hoheitsgebiet der EU frei zu bewegen und aufzuhalten;

  • die BürgerInnen darüber aufzuklären, wie sie die ihnen eingeräumten Rechte und die EU-Politik zu ihrem Wohl nutzen können und die aktive Beteiligung der UnionsbürgerInnen am politischen Entscheidungsprozess der EU zu fördern;

  • eine Debatte über die Auswirkungen des Rechts auf Freizügigkeit und die damit verbundenen Chancen anzustoßen, wobei insbesondere die mögliche Stärkung des Zusammenhalts und die Förderung des gegenseitigen Verständnisses der Menschen für einander hervorgehoben werden.

Mehr dazu auf der Website (European Year of Citizens 2013).

 

Ein wichtiges europäisches Referenzdokument ist die Europarats-Charta zur Politischen Bildung und Menschenrechtsbildung (BMUKK-Rundschreiben Nr. 15/2012 v. 10. September 2012), in der die Bedeutung der Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern betont wird.

Rundschreiben Nr. 15/2012
Rundschreiben Nr. 15/2012 (pdf)

 

 

C)


Community Education in Österreich

 

 

 

 

Die österreichischen Entwicklungen zum lebenslangen Lernen sind eng an die Bildungspolitik der Europäischen Union geknüpft. Im Jahr 2011 wurde die österreichische Strategie zum lebensbegleitenden Lernen "LLL:2020" verabschiedet. 

Community Education ist eine von zwölf Aktionslinien dieser Strategie.

Mit „Verstärkung von „Community-Education“-Ansätzen mittels kommunaler Einrichtungen und in der organisierten Zivilgesellschaft“ werden Kinder, Jugendliche und Erwachsene aller Alters- und Lebensphasen gezielt dabei unterstützt, ihr Leben und das der Community (Nachbarschaft, Gemeinde, Region, Dorf, Stadt, Stadtteil) kompetent und aktiv zu gestalten. Bildung wird von allen relevanten Institutionen auf lokaler und regionaler Ebene wie Gemeinden, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungsträgern gemeinsam mit den unterschiedlichen Vereinen und NGOs sowie dem Arbeitsmarktservice und den Menschen vor Ort getragen und als sinnstiftender, partizipativer Prozess erlebbar gemacht.

Lernen ist integraler Bestandteil des zivilgesellschaftlichen Engagements, und jede Form der Partizipation wird auch als wertvolle Lernerfahrung wahrgenommen. Damit tragen partizipative Lernprozesse wesentlich zum individuellen Empowerment und zur Sicherung der Teilhabechancen durch Selbstorganisation unter Berücksichtigung der lokalen und regionalen Bedürfnisse bei.

LLL Strategiepapier

 

 


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